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"Les forêts précèdent les peuples, les désert les suivent"

attribuation douteuse de la citation  à François René de Chateaubriand (1768 – 1848)

 

 

Bitte lese meinen Roman Heißzeit

Passagen Verlag Wien,

Rubrik Literatur 

2015

 

 

 

 

Andreas Peter Speich

dipl. Forstingenieur ETH/SIA

Conservator of Nature

 

 

— Mitglied der World Commission on Protected Areas (WCPA)International Union for Conservation of Nature  (IUCN)

— Naturschutz- und Landschaftsschutz-Preis der Ford Foundation (Schweiz) 1989

— Ehrenmitglied der Pro Natura Schweiz seit 2009

— Grosser Binding-Preis (Vaduz) für Natur- und Umweltschutz 2013

 

 

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Andreas Speich

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Heißzeit: dystopisch-utopischer Kriminal-Roman

Buch-Besprechung von Prof. Dr. Hannes Knapp in der Zeitschrift des Bundesamtes (Deutschland) für Naturschutz, NATUR und LANDSCHAFT 2016, Heft 3

Andreas Speich: Heißzeit. Futuristischer Roman. Passagen Verlag Wien, 2015. 230 S., ISBN 978-3-7092-0163-3.

„Heißzeit“ ist ein heißes Buch zu heißen Themen. Der Autor redet nicht „um den heißen Brei“ sondern packt „heiße Eisen“ an, indem er die Protagonisten seines Romans die Erfahrungen der künftigen dreihundert Jahre rückblickend resümieren lässt. „Ende des 20. und 21. Jahrhunderts war es Mode geworden mit Nachhaltigkeitslügen den Kern des Übels zu verschleiern. Oberflächliches Ökolamento und Politikterror bildeten den linken und rechten  Vorhang hinter welchem konsumgeil „business as usual“ gelebt wurde.“

Die sogenannte Klimakatastrophe „ist in Wirklichkeit gar keine Katastrophe, sondern viel schlimmer. Eine Katastrophe ist ein überraschendes, unerwartet eintretendes Großereignis. Der Klimawandel ist jedoch weder überraschend noch vollzieht er sich im Tempo von Ereignissen, die man landläufig als Katastrophe bezeichnet. Die Klimaeskalation ist ein langsames Mega-Phänomen mit gravierenden Auswirkungen, die viele einzelne schreckliche Katastrophen verursachen“, schreibt die im Jahre 2229 geborene Schweizerin Sara Menn in ihrer 2255 verfassten historisch-anthropologischen Doktorarbeit über die klimabedingte Zivilisationsrezession. In der historischen Rückschau auf die vergangenen zwei Jahrhunderte seit 2060 konstatiert sie gehäufte Katastrophenereignisse, durch die ein Teil der Menschheit ums Leben gekommen ist: „durch Naturdesaster, Dürren, Hunger, Durst, Erfrierung, mörderische Kriege, Pandemien, Genozide, hohe Selbstmordraten, gigantische Bergstürze wegen auftauenden Permafrostes, Überschwemmungen der Meeresküsten und der Flussebenen, nach Erdbeben, Bränden, Wirbelstürmen, monströsen Industrieunfällen, radioaktiver Verstrahlung, auf der Flucht im Meer ertrunken und durch die umstrittene Black Box der Nanotoxine vergiftet“.

Sie analysiert die Ursachen und kommt zum Schluss „die Species Mensch  müsste man fortan „homo stultus“ nennen“ da sie „das seit vielen hunderttausend Jahren erfolgreiche Evolutions- oder Schöpfungsprojekt „homo sapiens“ durch die modernen   Fehlleistungen…fahrlässig, töricht, verlebt und einfältig“ habe scheitern lassen. „Die Raffgier und der Konsumwahn der Reichen hatten zu einer sich laufend beschleunigenden
Eskalation der Erderwärmung, zu Kriegen und zu Ressourcenraub geführt.“

Andreas Speich, prominenter Forstmann, Pionier ernsthaften Waldnaturschutzes in der Schweiz, Naturphilosoph mit tiefem Verständnis vom Wesen des Waldes und biosphärischer Vernetzung, bester Kenner europäischer Urwald-Reste schildert ein nicht unrealistisches Szenario der Menschheitsgeschichte und der Folgen des Klimawandels in den nächsten dreihundert Jahren als Roman im Spiegel der glücklich-tragischen Familiengeschichte der Schweizer Historikerin Sara Menn und des nepalesischen Arztes Krishna Kumar Mahat. Die Geschichte beginnt mit der Kindheitserinnerung von Sara an eine Bergwanderung an der Hand des Vaters im Jahre 2239, spielt jenseits von 2303 und bezieht sechs Generationen von Großeltern bis Urenkel mit ein. Sie spielt in zwei abgeschotteten Bergdörfern, 6.400 km Luftlinie voneinander entfernt, vermeintlich außerhalb der Reichweite der Klimakatastrophen, was sich jedoch bald als Illusion herausstellen sollte. Juf, 2.126 m ü.d.M in den Schweizer Alpen und Jumla, 2.514 m ü.d.M. in Nepal. Beide Orte mit ganz besonders köstlichem Quellwasser gesegnet. „In Juf und in Jumla lebten sie weitgehend am Schicksal der Welt vorbei“ doch „die großen Weltkatastrophen recken ihre langen Tentakel durch jede Spalte ihres Hauses, bis in die engste Familienbande und unter ihre dünn gewordene Haut.“

Eine frei erfundene skurrile, sehr menschliche Geschichte vor dem realen Hintergrund globalen Wandels, dem weder perfektionierte Bürokratie in der Schweiz noch global agierender Geheimdienst des neuen Kaiserreichs China gewachsen sind. Obgleich der Roman mit individueller Tragik endet, geht die Geschichte weiter. Sie lässt Raum für Hoffnung auf einen Ausweg für das Überleben der Menschheit. „Nur eine neue Moral, disziplinierte Verhaltensweisen, ein neues kollektives Bewusstsein und die konsequente, imperative und juristisch verankerte Einschränkung des verführerischen Materialismus könnten die Menschheit retten, sofern dieser Species überhaupt noch eine Zukunft beschieden sei.“ Wesentlicher Kern einer neuen Moral „sei ein einfacher und integrativer Grundsatz: Die Permanenzfähigkeit. Das setze ein unbefristetes Langzeitdenken voraus, welches sogar jenes der Historiker und Förster übertreffe“, lässtder Förster und Autor mit einer Spur doppelter Selbstironie die Historikerin Sara sagen, und weiter „Die neue ethische Aufschließung werde irgendwann einmal stärker werden als die zehn Gebote von Moses.“

Ein Buch, das aufrüttelt und berührt, das desillusioniert und zugleich Mut macht und Hoffnung gibt – Wandel ist möglich und Zukunft unvermeidbar.

                                                                                             Hans D. Knapp

 

 

 

Kurzprortrait des Inhalts

Heißzeit, Andreas Speich, Passagen Verlag Literatur

2015. 232 Seiten. 15,5 x 23,5 cm. Brosch.

ca. € 26.–  ISBN 978-3-7092-0163-3                            

Der Klimawandel hat verheerende Folgen für die Menschheit der Zukunft. Im 23. Jahrhundert herrscht die „Heißzeit“. Nur ein neues Denken und Handeln kann Ab­hilfe schaffen. Die Vision ist in der Form eines spannenden Romans geschrieben, dessen menschliche Schicksale betroffen machen. Im 23. Jahrhundert ist die Weltbevölkerung aufgrund des ausbleibenden Klimaschutz­es vergangener Generationen auf ein Viertel geschrumpft und schwer traumatisiert. Der Rest der Zivilisation begeistert sich letztlich für ein Wertesystem, welches das Fortbestehen der Menschheit besser gewährleisten kann. Auch Sara und Krishna Ku­mar, die in der Schweiz und in Nepal leben, haben an den Folgen der Klimaerwärmung zu leiden.

Andreas Speich verarbeitet mithilfe dieses Romans die völlig unzureichenden Maßnahmen der Menschheit angesichts des sich schon heute ankündigenden Kli­mawandels und sucht nach einer Lösung für die damit verknüpften globalen Prob­leme. Nötig sind seiner Meinung nach die Reflexion überholter Moralvorstellungen und die Veränderung von Verhaltensweisen. Weisheit und Menschlichkeit sollen die Grundlagen eines neuen ‚humanistischen‘ Strebens sein. Der Autor macht gleichzeitig und völlig unabhängig von Reiner Klingholz sehr ähnliche Annahmen zu den demografischen, wirtschaftlichen und klimatischen Langzeitperspektiven, wie in dessen Sachbuch ‚Sklaven des Wachstums‘ (2014 Campus).

Andreas Speich, geboren 1939, war Forstdirektor der Stadt Zürich hat als Wald­experte in vielen Teilen der Erde gewirkt.

 

Ausführliche Zusammenfassung

Passagen Literatur  ©    Heißzeit    Andreas Speich  dystopisch-utopischer Kriminal-Roman

Alle geografischen Orte und die Angaben zu der durch die Treibhausgase verursachten Klima-Eskalation sind real.

Sara Menn und Krishna Kumar Mahat sind die Eltern einer zwölfköpfigen Kinderschar. Sie blicken als alte Menschen im Jahre 2306 auf ihr Leben, ihre Familien und die Welt zurück. Ihr Dasein war trotz aller Unbill in hohem Masse ein gelingendes. Sara kultiviert im Alter auf 2200 Meter in den Schweizeralpen Weintrauben. Dort herrscht ein Klima wie früher in Florenz.

Die Klima-Eskalation hat das Gesicht der Erde im Verlaufe von 300 Jahren tief greifend verändert und viele katastrophale Ereignisse verursacht. Auf der Erde überleben nur noch vier Milliarden Menschen und diese Anzahl sinkt weiter. Nicht nur Alte, sondern viele Kinder kommen ums Leben. An vielen Orten ist es zu heiß geworden. Weite, früher dicht besiedelte Küstengebiete sind wegen des Anstiegs des Meeresspiegels metertief unter Wasser und auf immer verloren. Die Weltbevölkerung und die Regierungen sind verzweifelt. Das weltweite Prekariat wächst aus allen Ritzen. Viele überlebende Menschen sind durch Umweltgifte geschädigt, nicht wenige mit erblichen Defekten.

Sara hatte als Historikerin und Anthropologin versucht, die seit Beginn des 21. Jahrhunderts bekannten Fakten der klimabedingten Zivilisations-Rezession und deren öffentliche Wahrnehmung einander gegenüberzustellen. Während zweihundert Jahren hatten die sich überschlagenden Ereignisse die Menschen zwar punktuell verunsichert; diese sind sich aber wegen ihrer auf kurze Zeiträume beschränkten Beeindruckbarkeit der Tragweite nicht bewusst geworden. Die Diskrepanz zwischen dem Grad der Wahrnehmung und der Langsamkeit langfristiger degressiver Prozesse war der Kern Sara’s Doktorarbeit. Der inzwischen global vollzogene Verzicht auf Karbonenergie kam viel zu spät. Im 21. Jahrhundert ist es anfänglich Mode gewesen, mit bunt gefärbten Nachhaltigkeitslügen den Kern des Übels zu verschleiern.

Sara aus Juf in der Schweiz und der Arzt Krishna Kumar aus Jumla in Nepal hatten sich dank einer IT-Kontaktplattform gefunden. Diese Partnervermittlung wollte, dass junge Menschen aus relativ reiner Umwelt, vornehmlich hohen Gebirgsgegenden, viele Kinder zeugen und diese in einem harmonischen Familienverband aufwachsen lassen. Das gelingt den beiden weitgehend im abgeschiedenen Bergtal im Nordwesten von Nepal, einem sogenannten Clean Human Spot. Die seit 1936 beobachtete, weltweit fortschreitende Sterilität der Männer scheint neben der Klima-Eskalation eine ernste Gefahr für die Menschheit zu sein, selbst dort wo die Lebensbedingungen noch relativ günstig sind. Männer aus den gebirgigen Clean Human Spot, die in ihrer Jugend fast immer unbelastetes Quellwasser aus den Bergen getrunken hatten, zeigen jedoch diese Symptome nicht.

Seit Mitte des 23. Jahrhunderts sind weltweit zahlreiche grosse Familien in Clean Human Spot entstanden. Eine Vielzahl von Programmen und Stiftungen unterstützt diese Familien. Jene von Sara und Krishna Kumar werden von der Bekele Stiftung gefördert. Diese geht auf ein international erfolgreiches Fotomodel aus Äthiopien, Liya Bekele zurück, eine Urahnin von Sara. Liya Bekele hatte schon anfangs des 21. Jahrhunderts als globale Botschafterin für Familien, Mütter und Kinder gewirkt. Liya Bekele war aber auch eine Ikone der erotischen Fotografie.

Sara ist in der Bekele-Stiftung als Beraterin und Kuratorin angesehen. Sie und ihr Mann werden zu internationalen Konferenzen über die natürliche Vermehrung der Menschen eingeladen. Gleichzeitig ist die Reproduktionsmedizin zu einer fragwürdigen Branche aufgestiegen, die oft nur Menschen mit unglücklichen Lebensläufen hervorbringt. Kriminelle Auswüchse der künstlichen Fertilisation nehmen überhand. Männer aus den Clean Human Spot werden erpresst, Sperma zu liefern und Mädchen werden geraubt um zahlungskräftigen Kunden Kinder zu gebären. Knaben werden entführt um später in Reproduktionszentren als Koitoren gebährwillige Frauen zu schwängern. Der alte Gurkha-Arzt Mahat, Krishna Kumar’s Vater, kann die Entführung einer Enkelin verhindern und erdolcht den Täter. Die beiden sechsjährigen Zwillinge Peter und Tej werden nach China entführt und bleiben viele Jahrzehnte verschollen. Insgesamt finden sieben fremde Menschen in direktem Zusammenhang mit Sara’s und Krishna Kumar’s Familienprojekt einen gewaltsamen Tod.

In China entwickelt sich im 23. Jahrhundert die Neue Ethische Aufschließung, welche auf alten chinesischen Weisheiten und dem Pantheismus von Spinoza gründet, technologisch eine hohe Entwicklung erreicht, vor allem aber eine juristisch gnadenlose Verfolgung des überbordenden Materialismus betreibt. Dieser wird als Ursache der grossen Not auf der Welt gebrandmarkt. Personen die andere übermäßig ausbeuten und sechzehnmal mehr verdienen als der Durchschnitt der Erwerbstätigen, werden vor Gericht gestellt. Wenn sie ihre materielle Situation nicht innert einem Monat einschneidend korrigieren, erfolgt das Todesurteil.

Im Reich der Mitte regiert die aus dem Volk gewählte Kaiserin Huang Yueying. Sie zeigt sich von der Entführung der Zwillinge persönlich betroffen. Der chinesische Geheimdienst kann den Fall aufklären. Die beiden mental verstümmelten, vierzigjährigen Männer werden in den Usambarabergen in Tansania in einer eleganten Reproduktionsklinik gefunden, wollen diesen Ort jedoch nicht verlassen. Die Täter werden in der Karibik verhaftet und in Lhasa wenige Stunden vor der Eröffnung eines brillant inszenierten Kongresses hingerichtet. Sara und Krishna Kumar sind nach Lhasa eingeladen. Der alte Arzt stirbt unterwegs in der extremen Hitze im nepalesischen Tiefland. Die nach Tibet weiterreisende Sara, inzwischen hundertfache Grossmutter, macht ihre letzte grosse Fahrt alleine.

Erschienen im Passagen Verlag Wien anfangs März 2015, siehe Katalog Seite 22: http://www.passagen.at/cms/fileadmin/user_upload/Kataloge_und_Vorschauen/F15_A4_1209_FINAL.pdf

E-mail des Autors: aspeich@mailarchi.it                                                              www.andreas-speich.ch

 

"Eichwald", gemalt vom berühmtem Luzerner Kunstmaler Robert Zünd. Er hat an diesem Motiv von 1859 bis 1882 gearbeitet. Heute ist das Bild im Kunsthaus Zürich ausgestellt. Es fand an der Landesausstellung von 1883 grosse Beachtung und könnte heute als Vision für die künftigen Waldreservate in den Tieflagen der Schweiz verstanden werden. Der Künstler liess sich von einer damals nicht weit vom Waffenplatz Luzern vorhandenen Waldpartie inspirieren. Zünd soll den tatsächlichen Aspekt etwas korrigiert haben, damit der Eindruck eines "unberührten" Waldes entsteht. Der von ihm dargestellte Wald ist dem kostbaren, bezaubernden und heute noch bestehenden Naturwaldrelikt "Ranspurk" in Südmähren (CZ) sehr ähnlich